Maschinen nehmen uns die Arbeitsplätze weg. Das ist schon seit Jahrzehnten der Fall und diese Entwicklung wird unaufhaltsam und immer rasanter vorangehen. Es gibt Schätzungen, nach denen in weniger als zehn Jahren ein drittel aller zur Zeit von Menschen erledigten Jobs von Maschinen übernommen sein wird.[1]

Und wer weiß, vielleicht werden es sogar noch mehr sein. In zwanzig Jahren sowieso. Die Frage ist nicht mehr, ob sondern wann ein Großteil der Jobs von Maschinen erledigt wird. Wann immer die Arbeit von Maschinen für ein Unternehmen günstiger ist, als die eines Menschen, wird es sich für die Maschine entscheiden. Und das ist auch ok so, finde ich. Arbeit an sich ist kein Selbstzweck. Jeden Menschen, den wir davon befreien können arbeiten zu müssen, empfinde ich als Glücksfall.

So haben die Menschen mehr Zeit sich mit den Dingen zu beschäftigen, die sie wirklich interessieren und erfüllen.
Einfach wird das wohl leider nicht. Wenn man mal drüber nachdenkt, ist unser gesamtes System darauf aufgebaut, dass Menschen durch ihre eigene Arbeitsleistung Werte und Einkommen schaffen. Für sich selbst und für die Gesellschaft als Ganzes. Sind weniger Menschen in der Lage zu arbeiten, weil es einfach keine Jobs mehr auszufüllen gibt, könnte das System zu Taumeln beginnen. Schauen wir uns mal ein paar Zahlen an (aus dem Jahr 2012)[2]:

tl;dr für die Faulen: Ein Großteil des Bundeshaushalts entsteht durch Einnahmen, die entweder direkt oder indirekt von der menschlichen Arbeit Einzelner abhängen.

Von den 1.171 Milliarden Euro Bundeshaushalt (Geld, welches durchaus auch sinnvoll für Daseinsvorsorge genutzt wird) kamen 51,2% (600 Millionen Euro) aus Steuereinnahmen. Ganze 24,8% davon wiederum entfallen auf die Lohnsteuer. Noch abhängiger von menschlicher Arbeit geht es kaum. Weitere 23,7% sind Umsatzsteuer. Wenn weniger Menschen ein gutes Einkommen erzielen können, kaufen sie auch weniger, was zu Mindereinnahmen bei der Umsatzsteuer führt.

Gute 420 Milliarden Euro (35,87% des Gesamthaushalts) entstehen durch Sozialabgaben, wie Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Krankenversicherung etc. Auch diese Einnahmen sind direkt abhängig von menschlichen Beschäftigungsverhältnissen.
Heutige Arbeitslose (und andere Bedürftige) können Leistungen nur erhalten, weil Andere sie durch ihre Arbeit erwirtschaften.

Wenn immer mehr Leute durch die fortschreitende Automation arbeitslos werden, geht die aktuelle Rechnung irgendwann nicht mehr auf. Mehr Geld wird benötigt werden, während gleichzeitig weniger Finanzen in den Haushalt strömen.
Konkrete Lösungsvorschläge habe ich leider auch nicht parat, aber mir scheint eine Entkopplung der Bundeshaushaltseinnahmen von menschlicher Arbeit unausweichlich. Geschaffen werden Werte und Produkte ja immer noch. Ein Kuchen zum Verteilen ist also weiterhin vorhanden. :)

Nur um die Art und Weise sollten wir uns langsam mal streiten, denke ich. Und wer jetzt noch fünfzehn Minuten Zeit hat, dem lege ich dieses ganz fantastische Video zum Thema fortschreitender Automation ans Herz: https://www.youtube.com/watch?v=7Pq-S557XQU [1]http://www.businessinsider.com/experts-predict-that-one-third-of-jobs-will-be-replaced-by-robots-2015-5?IR=T [2]http://www.bpb.de/wissen/TQ0PLW,0,0,Steuereinnahmen_nach_Steuerarten.html

Original veröffentlicht auf Facebook am 21.02.2016